Wir haben schon einmal über das Cholesterin berichtet. Nochmal ein Nachschlag dazu. Denn seit über 50 Jahren hält sich das Gerücht, dass Cholesterin aus der Nahrung für das erhöhte Cholesterin im Blut verantwortlich sein soll. Dass dem nicht so ist, weiß man zwar schon seit über 20 Jahren, trotzdem hält sich das Gerücht weiter vehement. Endlich hat auch die offizielle US-Ernährungsempfehlungsrichtlinie (Dietary Guidelines for Americans 2015) ersatzlos die Begrenzung der Nahrungscholesterinzufuhr gestrichen.

Anstatt sich über die Cholesterinzufuhr den Kopf zu zerbrechen, sollte man lieber mal über die Kohlenhydratzufuhr sprechen.

Ein einfaches Rechenbeispiel:

Wir haben in unserem Blutserum normalerweise 200 mg/dl Cholesterin. Macht bei 5 Litern Blut ca. 10 Gramm Cholesterin im Blutserum, also 10000 mg. Ein Ei hat 250mg Cholesterin. Heißt, wir haben jeden Augenblick die Cholesterinmenge von 40 Eiern im Blut. Und da  soll man bei einem erhöhten Cholesterinspiegel im Blut keine Eier essen? Und jahrelang haben Menschen mit erhöhtem Cholesterin auf ihr leckeres und gesundes Frühstücksei verzichtet. Zum Vergleich: unser Blutzucker mit ca. 100 mg/dl im Serum bedeutet, wir haben ständig bei 5 Litern Blut, ca. 5 Gramm Zucker im Blut (weniger als das Cholesterin – warum macht die Natur das? Vielleicht weil Zucker schädlicher für unseren Körper ist als Cholesterin??). Essen wir mal eben 100 Gramm Brot beutet das, wir nehmen 50 Gramm Kohlenhydrate zu uns. Das sind mal eben 50 Gramm purer Zucker im Blut. Heißt die 10-fache Menge vom normalen Zucker in unserem Blut. Mit ein bisschen Brot. Also die 10fache Zuckermenge vom Blut auf einmal essen, soll nicht schädlich sein, aber ein Ei, also ein vierzigstel der Cholesterinmenge zu essen, die normalerweise im Blut ist, soll schlecht sein? Frage beantwortet!