Liebe pur-life-Gemeinde,

eigentlich wollte ich ja nichts mehr über Corona schreiben. Denn darüber liest und hört man ja mehr als genug in den allgemeinen Medien. Leider machen das die Medien aber, wie so oft, nicht differenziert. Ihr habt bessere Informationen verdient. Da die aktuelle Berichterstattung in den Medien alles andere als emotionslos und sehr einseitig ist, ist wohl doch eine weitere Analyse der Zahlen hilfreich, die ganze Sache vernünftig einzuordnen. Große Zahlen, Millionen, Milliarden sind kaum vorstellbar, daher brauchen wir Vergleichszahlen, Prozente, Anteile und andere Daten, um solche Zahlen vernünftig einordnen zu können. Einzelne, dahingeschriebene Zahlen helfen uns wenig. Aktuell wird im Zusammenhang mit Corona mit sehr vielen Zahlen umhergeworfen. Wie ich schon immer seit Jahren regelmäßig berichte, wird mit Zahlen und Statistik leider viel Unfug betrieben. Die Mainstream Medien schreiben alle in der Regel immer das gleiche. Der eine schreibt vom anderen ab. So kommt es, dass die Mainstream Medien einstimmig schreiben, auch z. B. seit Jahren, dass Vitamine ja nichts bringen würden. Dass dem nicht so ist, kann man in viele Studien deutlich wiederlegen. Aktuell wird einem häufig der alte Satz wieder vor Augen geführt: „Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast!“. Daher sollte man auf Zahlen und Statistiken gerade heutzutage ganz genau schauen.

Auf der anderen Seite helfen uns aber gute und korrekte Zahlen und Statistiken die Dinge vernünftig und emotionslos einzuordnen. Daher sind korrekte Zahlen und Statistiken, letztendlich die Mathematik, in meinen Augen die ehrlichste Wissenschaft.

Man hat nicht immer alle Zahlen dieser Welt vor Augen, daher kann man mit der Überbewertung einzelner, wenn auch korrekter Zahlen wieder viel Unfug treiben. So wie aktuell die Medien täglich neue Todeszahlen veröffentlichen. Tod macht fast jedem Angst. Täglich den Tod und die Endlichkeit des Lebens vor Augen geführt zu bekommen ist nicht gesund. Weder für Körper noch Geist. Und definitiv auch nicht zielführend.

Zum Glück bekommen wir in den Medien nicht seit Jahren die täglichen Sterberaten in Deutschland vor Augen geführt. Unter de.statista.com kann man solche Art von Zahlen aber nachschlagen. Es sterben jährlich in Deutschland, mal mehr mal weniger, ca. 900.000 Menschen (Quelle 1) jedes Jahr. Macht täglich ca. 2500 Tote in Deutschland. Jeden Tag. Das ganze Jahr hindurch. Seit vielen Jahren. Immer. Würde man sonst täglich die Sterbefälle als aktuelle Zahl in den Nachrichten hören wollen?

Folgend möchte ich euch ein paar nüchterne Zahlen präsentieren:

  1. Aktuelle Zahlen zu Corona (Stand 3.4.2020 in Deutschland) seit Beginn der Messung (Anfang März):   positive Testergebnisse: 79.696. Davon Todesfälle: 1017 (Quelle 2)

Es wird aktuell immer von der Zahl der Infizierten gesprochen, wie aktuell eben 79.696 „Infizierte“. Auch hier eine statistische Feinheit: Das sind die Fälle die positiv getestet wurden. Natürlich entspricht dies nicht der Zahl der tatsächlich Infizierten in Deutschland. Dazu müsste man ALLE 80 Millionen Einwohner testen. Und das täglich. Dann wüsste man wieviele davon infiziert sind und könnte von einer „echten Anzahl“ an Infizierten sprechen. Daher ist der Begriff „aktuell Infizierte“ irreführend. Korrekt wäre und deshalb schreibe ich das oben so: „Anzahl der positiven Testergebnisse“. So kann man Zahlen mit kleinen Feinheiten missverständlich darstellen. Es gibt sicherlich mehr als die aktuell 80.000 infizierten. Die tatsächliche Zahl kennen wir nicht. Die kennt keiner. Denn es wurden ja nicht alle 80 Millionen Deutsche getestet. Daher muss man sagen, was seit Anfang an in der Corona Krise der Fall ist: man tappt ziemlich im Dunkeln. Aus epidemiologischer Sicht und bisherigen Erfahrungen in der Ausbreitung von Viren muss man tatsächlich eher von ein bis vier Millionen „Infizierter“ in Deutschland ausgehen. Die meisten Wissen es nicht und werden es nie Wissen, dass sie mal „Corona-Träger“ waren. Die wenigsten erkranken durch das Virus. Diese, die niemals Symptome hatten, darf man daher nicht als erkrankte bezeichnen, sondern man bezeichnet in der Medizin solche als „Träger“ bestimmter Erreger.

Wieviele aktuelle Corona-Träger wir in Deutschland haben weiß keiner. (aktuell 80.000 nachgewiesen, die Gesamtzahl liegt schätzungsweise eher bei der 10 (bis 50 fachen Menge): 800.000 (-4.000.000)(Quelle 3). Epidemiologen schätzen insgesamt am Ende mit einer Gesamtzahl von 50 Millionen infizierten (Trägern) in Deutschland. Ab dann greift die Herdenimmunität und das Virus kann sich nicht weiter verbreiten.

  1. Grippeepidemie 2017/18: Infizierte in Deutschland: 3.800.000 Infizierte, 25.100 Todesfälle (Quelle 4,5). Häufig wird die aktuelle Corona-Pandemie mit der Grippepandemie verglichen. Fälschlicherweise wird ärztlichen Kollegen, die solche Vergleiche anstellen unterstellt, sie würden Corona verharmlosen. Das ist sicher nicht der Fall!!! Die Grippe (Influenza) ist keine harmlose Erkrankung. Die Grippe ist eine schwerwiegende Erkrankung die nicht nur die Atemwege, sondern den gesamten Körper befällt (neben Atemwegen/Lunge auch Herz, Magen-Darmtrakt, Muskulatur, selten auch das Gehirn). Das heißt es kann auch zu Myositis (Muskelentzündungen), Myokarditis (Herzmuskelentzündungen), Gastroenteritis (Magen-Darm-Entzündung), Enzephalitis (Gehirnentzündung), etc. kommen. Die Grippe ist eine schwere Erkrankung, die durchaus auch tödlich enden kann. Die Mortalität, also die Sterbewahrscheinlichkeit an Grippe liegt also anhand der o. g. Zahlen ca. bei 0,5 - 1 %. Das ist viel. Nochmal: die Grippe ist nicht harmlos. Die Grippepandemie 1918/19 (spanische Grippe) forderte 50 Millionen Todesopfer. Die Influenza ist schon immer und bleibt eine schwerwiegende Erkrankung. Daher, wenn man Corona mit Grippe vergleicht, bedeutet das nicht, dass man Corona verharmlost. Denn die Grippe ist nicht harmlos: 25.000 Tote 2018 durch Grippe in Deutschland. Trotzdem sind Vergleiche sinnvoll, um Zahlen korrekt einordnen zu können. Freistehende Zahlen sagen uns wenig. Daher muss man darauf Rücksicht nehmen, wenn ein Professor für Virologie einen Vergleich zur Grippe anstellt und diesem nicht unterstellen, er würde Corona deswegen verharmlosen. Jeder ausgebildete Mikrobiologe/Virologe kennt diese Zahlen und weiß um die Gefährlichkeit der Grippe. Daher ist es für ihn selbstverständlich, dass ein Verlgeich mit Grippe keine Verharmlosung ist. Die Medien wissen das leider nicht und diffamieren nun solche erfahrenen Professoren und ärztlichen Kollegen, wie z. B. Prof. Dr. Bhakdi (ehemaliger Chefarzt und Ordinarius der Mikrobiologie der Universität Mainz) (Quelle 6), Prof. Dr. Stefan Hockertz (Quelle 7), Prof. Dr. Martin Haditsch (Quelle 8), Dr. Wodarg (Quelle 9). Wenn diese Kollegen also zum Teil Vergleiche zur Grippe anstellen, dann ist diesen erfahrenen Kollegen durchaus bewusst, wie gefährlich tatsächlich die Grippe ist. Heißt, ihnen von den Medien zu unterstellen, sie würden Corona verharmlosen, nur weil sie es mit der Grippe vergleichen zeigt die Unwissenheit der Journalisten, die sowas tun.

Merke: die Grippe (Influenza) ist keine harmlose Erkrankung. Wenn das Influenza-Virus Menschen mit einem schlechten Immunsystem und/oder schweren Vorerkrankungen trifft, kann das sehr gefährlich werden. Noch vor 2 Jahren 25.000 Tote dadurch. Nicht lange her. Hatten wir da auch tägliche Wasserstandsmeldungen in den Nachrichten über die tägliche Todeszahlen? Warum eigentlich nicht? Wieso konnten diese 25.000 Tote bei den meisten Journalisten und bei ALLEN Politikern nicht mal ein Schulterzucken auslösen??? Wieso hatten wir 2018 keine Ausgangsbeschränkung? Wären es diese 25.000 Menschen nicht auch wert gewesen? Das ist es, was ich schon in dem Artikel vom 02.02.2020 bemängelt habe. Wieso hat damals zur Grippesaison keiner einen Mundschutz im Supermarkt getragen. Wenn man die aktuelle Situation und die Empfehlungen der Regierung jetzt und hier als verhältnismäßig einstuft, hätte dann die Regierung 2018 nicht genauso handeln müssen? Wenn dem so ist, und die Regierung das ja nun nachweislich 2018 nicht gemacht hat, dann muss man doch eigentlich fragen: warum sie im Jahre 2018 für 25.000 Menschen keinerlei Schutz, keinerlei Maßnahmen, keine Ausgangssperre, keine Mundschutzpflicht eingeführt hat und damit den Tod von 25.000 Bundesbürgern tatenlos hingenommen hat? Man darf ja einfach mal fragen: warum wurde das während dieser extremen, tödlichen Pandemie 2018 nicht gemacht? Heißt, entweder hat die Regierung 2018 falsch gehandelt, oder sie handelt jetzt falsch.

  1. Italien: warum solche Zustände, so hohe Todeszahlen, so begrenzte Intensivkapazitäten? Italien ist besonders hart betroffen. Mein Mitgefühl hat definitiv vor allem auch Italien. Ein sehr armes Land. Aber nicht erst seit diesem Jahr. Deutschland hat normalerweise ca. 28.000 Intensivbetten für 80 Millionen Deutsche (33,9 Intensivbetten auf 100.000 Einwohner). Italien dagegen 5100 Intensivbetten für 60 Millionen Italiener (8,6 Intensivbetten auf 100.000 Einwohner). (Quelle 10). Ein eklatanter Mangel. Seit Jahren. Ein marodes, unterversorgtes und völlig unterfinanziertes Gesundheitssystem. Seit Jahren beklagen italienische Kollegen das. Aber keiner hört hin. Der italienischen Regierung war es also bislang in den letzten Jahren nicht nötig, das zu verbessern. Trotz Warnungen der italienischen Ärzte. Die Situation war in der Grippewelle 2018 auch nicht rosig in italienischen Kliniken. Wurden Maßnahmen eingeleitet? Wurden die Klinikärzte gehört? Auf der Internetseite http://euromomo.eu kann man die durchschnittlichen Sterberaten in Europa betrachten. Bei Italien kann man hier eine stark erhöhte Sterblichkeitsrate für die Woche 1/2017 sehen. Ungefähr genauso hoch wie der Peak in Italien heute (04.04.2020). Bis auf Spanien gibt es heute aktuell in keinem europäischen Land so einen starken Anstieg wie 2017. Sollte man sich mal ansehen. Für Spanien gilt im groben das gleiche wie für Italien. Jahrelang wurden die Klagen der Ärzte nicht erhört. Es hat anscheinend keinen gejuckt. Wenn solche Kliniken nun endlich mal gehört werden, dann ist das sicherlich auch etwas Positives. Oder würden Sie nicht besonders laut schreien, wenn man jahrelang Ihre Warnungen ignoriert hätte, jetzt aber endlich nun die ganze Welt zuhört? Zurecht!

Was man bei den Todeszahlen noch berücksichtigen muss: Es wird bei der Angabe von Coronatoten nicht unterschieden, ob die Menschen mit oder an Corona sterben. Häufig wird jetzt gesagt, das ist ja nicht so wichtig, so kleine Details. Hierzu ein Vergleich um das einordnen zu können: Das Herpes-simplex Virus. 90 % der Bevölkerung sind Träger dieses Virus. Da ja nun, wie wir gesehen haben, normalerweise in Deutschland 2500 Menschen täglich sterben, sterben auch 90 % davon mit dem Herpes simplex Virus. Also 2250 Tote täglich mit dem Herpes. Nicht an. Würde man das jetzt gleichsetzen mit der Zählweise von Corona, hätten wir also täglich 2250 Herpes-Virus-Tote. Daher ist es absolut nicht legitim so zu zählen. Tja, die kleinen statistischen Feinheiten. Man kann auch an Herpes simplex sterben. Das Virus kann eine Enzephalitis (Gehirnentzündung) machen. Das ist aber extrem selten. Es sterben jährlich ca. 160 Menschen an so einer Herpes-Infektion. Diese 160 sterben an dem Herpes-Virus pro Jahr, während 2250 täglich mit dem Herpes Virus sterben. Aber sicherlich nicht daran. Das zu unterscheiden ist also elementar. Italien hat normalerweise 2000 Tote jeden Tag, das ganze Jahr hindurch. Jetzt mal rein hypothetisch: Sind also (früher oder später, man weiß es nicht) 50 % der Menschen Träger von Corona, dann würden täglich 1000 Menschen mit Corona in einem Land wie Italien sterben, ohne dass dafür für die Statistik ein einziger an Corona gestorben sein müsste. Nur theoretisch bitte. Eine Region wie die Lombardei mit einer hohen Durchseuchung mit dem Virus muss zwangsläufig auch viele Tote beklagen, die auch Corona-Träger sind.

  1.  „Flatening the curve“: Was bringt der Shutdown? Das Ziel soll sein, die Zahl der Intensivbetten nicht zu überfordern. Aktuell haben wir in Deutschland 28.000 Intensivbetten. Die Auslastung kann man unter der neuen Internetseite https://www.intensivregister.de/#/intensivregister nachlesen. Wir sind in Deutschland noch weit weg von einer Überlastung. Zum Glück wurden nicht wie ursprünglich gewollt, die Hälfte aller deutschen Kliniken geschlossen. Leider aber schon zu viele bisher. Trotzdem stehen wir noch ganz gut da. Der Shutdown soll also eine eventuelle Überlastung verhindern. Heißt, die Zahl der Neuinfektionen soll verlangsamt werden. Der aktuelle Shutdown ist nicht dazu gedacht, die prophezeite Durchseuchung der Bevölkerung von 70 % (also 50 Millionen infizierte) zu senken, sondern nur die Geschwindigkeit zu verlangsamen. Heißt für den einzelnen: die Maßnahmen zielen nicht darauf ab, den einzelnen dauerhaft vor einer Infektion zu schützen, sondern dafür zu sorgen, dass nicht alle gleichzeitig die Kliniken belegen und die Infektion sich langsam ausbreitet. Das ist gesamtgesellschaftlich sinnvoll, das Infektionsrisiko für den einzelnen bleibt aber bei 70 %. Nur eben nicht alle im April, sondern auch einige erst im Mai, andere im August usw.. Man muss sich also darüber im Klaren sein, dass die „Kurve abflachen“ auch bedeutet, die Kurve in die Länge zu ziehen. Die Fläche unter der Kurve (= Gesamtzahl der Infizierten) ändert sich dadurch nicht. Ich bin mir absolut nicht sicher, ob das so klar von den Medien kommuniziert wurde und wird?

Dazu gibt es eine Studie von Wissenschaftlern der Uni Mainz und Uni Hamburg:

https://idw-online.de/de/attachmentdata79576

Hier sind die Kurvenverläufe „ohne Kontaktsperre“ im Vergleich zu „mit Kontaktsperre“ und „verlängerte Kontaktsperre“.  Spannend die Abbildung Nr. 4 die zeigt, dass erst eine verlängerte Kontaktsperre also bis Juni anstatt Mitte April, einen langsameren Anstieg der Kurve erbringen würde.

Alles natürlich nur sinnvoll und zu berücksichtigen, sollten die 28.000 Intensivbetten bei uns nicht ausreichen.

  1. Bisher viele Zahlen, sehr viele Hypothesen, viele Fragezeichen. Wissen wir denn überhaupt genaues? Ja, von einem unfreiwilligen „Experiment“: einem Kreuzfahrtschiff. Die Diamond Princess. Es wurde unter Quarantäne gestellt und keiner durfte das Schiff verlassen. Also aus wissenschaftlicher Sicht „optimale“ Experimentalbedingungen. Auf diesem Schiff gab es 700 Infizierte. Davon starben 7. Leicht zu berechnen. Die Sterblichkeit von Corona scheint hier bei 1 % zu liegen. Nicht ganz! Die Altersstruktur auf so einem Kreuzfahrtschiff ist nicht der normale Durchschnitt. Logisch, auf so einem Schiff sind vermehrt ältere Menschen. Berechnet man nun diese Sterblichkeit auf dem Kreuzfahrt Schiff von 1 % auf die normale (in der Studie amerikanische) Durchschnittsbevölkerung, kommt man auf eine Sterblichkeit von 0,125 % (Quelle 11).  Das wäre deutlich niedriger als die Sterberate der Grippe. Natürlich ist die Fallzahl von 700 infizierten für eine qualifizierte Aussage zu klein. Natürlich gibt es andere Unsicherheiten bei der Berechnung. Prof. Ioannidis von der Stanford-Uni, der diesen (11) Artikel verfasst hat, gibt die Unsicherheit auch an und gibt unter Einbeziehung aller Unsicherheitsfaktoren eine Sterberate von 0,05 - 1 % an. Irgendwo in diesem Bereich liegt die Sterblichkeit beim neuen Coronavirus Covid-19. Prof. Ionnidis gibt auch zu bedenken, dass die bisherigen Coronaviren (die seit Jahrzehnten bekannt sind, als Auslöser der „Common Cold“, der allgemeinen Erkältung oder grippeartiger Erkrankungen) durchaus auch in den letzten Jahren eine Sterberate von bis zu 8 % in Altenheimen verursacht haben. D. h. hohe Sterberaten unter Altenheimbewohnern durch Atemwegsviren wie Coronaviren (u. a. auch Influenza, Parainfluenza, Adenoviren, Rhinoviren, Coxsackieviren, etc.) sind uns in der Medizin schon seit Jahrzehnten bekannt. Die große Frage ist also: kann das neue Corona mehr als die alten oder andere Erreger dieser Kategorie? Keiner weiß es bisher. Noch nie wurde auch so genau darauf geschaut. Noch nie wurde so intensiv gemessen. Und jeder Forscher weiß: man stellt nur das fest, was man misst. Heißt, es hätte in den letzten Jahren genauso eine Pandemie geben können und wenn keiner misst, keiner darauf schaut, hätte man es womöglich nicht bemerkt. Es gab sogar so eine große Pandemie: 2017/18. Ist das jemandem aufgefallen? Grundsätzlich ist die Datenlage sehr dünn, die Zahlen nicht verlässlich, die Datenerhebung fragwürdig und die Ergebnisse unschlüssig. Man weiß also nicht sehr viel. Trotzdem werden politische Entscheidungen aufgrund dieser dünnen Datenlage gemacht. Prof. Ionnidis beklagt in seinem Artikel genau das: Es werden Entscheidungen getroffen, ohne verlässliche Daten. Ohne Evidenz (Beweise). Er sagt auch: möglicherweise haben wir eine Jahrhundert-Pandemie oder aber vielleicht ein Jahrhundert-Evidenz-Fiasko.

 

Lasst uns zusammenfassen:

  • Die Grippewelle 2017/18 forderte in Deutschland 25.000 Tote. Gab es da auch so eine „Massenhysterie“ wie derzeit? Die Grippe (Influenza) ist eine sehr schwere Erkrankung. Das Influenzavirus gehört zu den epidemiologisch sehr gefährlichen Viren (Spanische Grippe: 50 Millionen Tote). Die Mortalität (Sterblichkeit) der Influenza liegt bei ca. 0,51 %. Nach aktuellen Schätzungen liegt die Mortalität für Covid-19 ebenfalls bei 0,5 - 1 %. Wir haben in Deutschland noch nicht die Schwere von 2017/18 erreicht.
  • Deutschland ist was Intensivkapazitäten angeht (noch) gut aufgestellt. 28.000 Plätze. Aktuell sind wir weit von einem Mangel weit entfernt. Zum Glück. Ich beklage seit Jahren die unsäglichen, inhumanitären Sparmaßnahmen in unserem Gesundheitssystem. Wer die News alle gelesen hat, weiß das. Die BertelsmannStiftung hat noch im Juli 2019 empfohlen, mehr als die Hälfte aller deutschen Kliniken zu schließen (Quelle 12). Wäre das durchgeführt worden, dann hätten wir jetzt ein Problem. Und nicht nur jetzt, jedes Jahr zur Grippesaison. Alle deutschen Kliniken kosten zusammen pro Jahr ca. 90 Milliarden Euro. (Quelle 13). Hätten wir also doppelt so viele Kliniken wie derzeit, würde das dann 90 Milliarden Euro mehr kosten. Dann hätten wir überhaupt kein Problem derzeit und bräuchten auch keinen Shutdown. Jetzt kostet der Shutdown wahrscheinlich an Hilfspaketen 750 Milliarden Euro (Quelle 14). Und das ist noch nicht das volle Ausmaß. Die wirtschaftlichen Folgen werden sich noch Jahre lang hinziehen. Das wird auch noch teurer (und wer wenn nicht wir, die Bevölkerung, dürfen´s bezahlen). Das, was ich schon immer sage: wenn man an der Gesundheit spart, wird´s am Ende viel teurer. Und das ist auch definitiv nicht die letzte Pandemie.
  • Es gab schon immer in regelmäßigen Abständen Pandemien. Nicht nur die spanische Grippe 1918/19, die Hong KongGrippe 1968/70 , die Schweinegrippe 2009/10, die Grippe 2017/18 und viele mehr. Alle paar Jahre gibt es Pandemien. Covid-19 ist nicht die erste, bisher nicht die schlimmste und definitiv nicht die letzte. Viren mutieren immer. Jedes Jahr. Auch die Influenza mutiert jedes Jahr ein bisschen (deshalb wirken die Impfungen nicht 100 %, aber eben ein bisschen). Kleinere Mutationen jedes Jahr sind normal, größere Mutationen gibt es alle paar Jahre. Bei größeren Mutationen kommt es dann zur Pandemie. Heißt, die nächste Pandemie wird auch kommen. So sicher wie all' die letzten kamen. Also sollte man vorbereitet sein und bei der nächsten Krankenhausschließung vielleicht nicht weg sehen. Und vorbereitet, was ein gutes Immunsystem angeht.
  • Unter all' diesen Zahlen, Statistiken, politischem Vorgehen wird, wie ich ja schon im Artikel vom 02.02.2020 bemängelt habe, niemals vom Immunsystem des Menschen berichtet. Das, was die 99 % die so ein Atemwegsinfekt leicht wegstecken von den 1 % die leider daran versterben unterscheidet. Daher haben wir die aktuelle Serie „Stärkung des Immunsystems“ nochmal ins Leben gerufen. Eigentlich steht purlife für genau das schon immer: Gesundheit, gesund bleiben, das Immunsystem gesund und widerstandsfähig zu halten.
  • Angst: natürlich machen die täglichen Nachrichten Angst und Panik. Das ist deren Hauptziel. Denn dann werden sie gelesen und gesehen. Angst und Panik waren noch nie gute Optionen und selten hilfreich. Wir alle haben die schwere Pandemie 2017/18 überlebt. Auch ohne Panik. Das wichtigste: Angst und Stress schwächen das Immunsystem. Und das extrem. Dazu kommen wir noch in der Serie „Immunsystem stärken“.
  • Zuletzt möchte ich nochmal eine Studie genauer beleuchten, die ich unter ImmunsystemStärken, Vitamin D zitiert habe: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24260547

Klickt da mal drauf! Da seht ihr eine Graphik aus der Studie die man anklicken kann. Die Kurve beschreibt die Zunahme der Pneumonien (Lungenentzündungen) bei unterschiedlichen Vitamin D Spiegeln. Man sieht in der x-Achse den Vitamin D Spiegel. Ist der Spiegel größer als 40 - 50 ng/ml, dann wird die Kurve sehr flach (bedeutet kein oder kaum ein Anstieg der Lungenentzündungen).  Lungenentzündung (die interstitielle Pneumonie) ist das, was die Atemwegserreger (Corona, Influenza, etc.) so gefährlich machen. Was diese Studie also für die aktuelle Situation bedeutet, überlasse ich euch 😊

Ich hoffe ich konnte euch ein bisschen mit den aktuellen Zahlen vertraut machen und auch zeigen, wie wichtig Relationen sind. Einzelne Zahlen klingen immer schlimm, so wie unsere „teuren“ Krankenhäuser mit 90 Milliarden pro Jahr. Aber in Relation zu den nun entstehenden Kosten von 750 Milliarden und im Verlauf noch Jahre lang mehr, sind die 90 Milliarden ziemlich gering. Bitte lest weiter, schaut euch seröse Quellen und Statistiken im Netz an, fragt Menschen die in Kliniken arbeiten und das System wirklich kennen und bleibt seriös informiert. Und bitte lasst euch von den Medien keine Angst machen. Und vor allem: bleibt gesund, bleibt in Bewegung und denkt gerade jetzt an das Vitamin D! (und all' die anderen) 😊 Aber da mache ich mir bei den pur-life´lern hier eigentlich keine Sorgen.

 

 

Quellen:

  1. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/161831/umfrage/gegenueberstellung-von-geburten-und-todesfaellen-in-deutschland/
  2. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html
  3. https://science.sciencemag.org/content/early/2020/03/24/science.abb3221.full
  4. https://influenza.rki.de/Saisonberichte/2018.pdf
  5. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/405363/umfrage/influenza-assoziierte-uebersterblichkeit-exzess-mortalitaet-in-deutschland/
  6. https://www.youtube.com/watch?v=LsExPrHCHbw
  7. https://www.youtube.com/watch?v=N2zs7aYuzCg
  8. https://www.youtube.com/watch?v=IHLkWlWUyRo
  9. https://www.youtube.com/watch?v=9DUOxypQ8sM
  10. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/04/PD20_119_231.html
  11. https://www.statnews.com/2020/03/17/a-fiasco-in-the-making-as-the-coronavirus-pandemic-takes-hold-we-are-making-decisions-without-reliable-data/
  12. https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2019/juli/eine-bessere-versorgung-ist-nur-mit-halb-so-vielen-kliniken-moeglich/

https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-07/bertelsmann-stiftung-kliniken-krankenhaus-studie-schliessung

  1. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2018/11/PD18_435_231.html
  2. https://www.wz.de/politik/inland/corona-krise-hilfspaket-fuer-die-wirtschaft-alles-tun-was-notwendig-ist_aid-49719147